Di, 21. Mär 2017 | Land | Seite 24

Der erste Reiseführer fürs Baselbiet

Barbara Saladins Buch «111 Orte in Baselland, die man gesehen haben muss» fördert Überraschendes zutage

Von Judith Ebnöther

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Langenbruck. Über ein schmales Weglein geht es steil durch den Wald den Berg hinauf. Überall blüht und spriesst es, obwohl die Wolken beständig jeden Sonnenstrahl verdecken. An einem Baum ist ein Wegweiser mit der Aufschrift «Historischer Pfad» befestigt. Der Weg wird immer dünner und unübersichtlicher.

Wir sind unterwegs zur «Römischen Strasse» in Langenbruck, einem von den «111 Orten in Baselland, die man gesehen haben muss». So lautet der Titel von Barbara Saladins neustem Sachbuch. Die Buchvernissage findet nicht wie so oft in einem Sitzungszimmer oder einem schönen Saal statt, sondern draussen in der Natur. Das passt, denn diese ist ein Hauptspielplatz im Buch.

Beim Emons-Verlag sind schon über 200 «111 Orte in ...»-Bücher erschienen, im deutschsprachigen Raum, aber auch darüber hinaus. Von diesen wurde Barbara Saladin inspiriert: «In der Kantonsbibliothek habe ich eine Ausgabe über den Schwarzwald gefunden. Da habe ich mich gefragt, wieso es so etwas nicht auch für Baselland gibt.» Der Verlag war auf Anhieb interessiert und Baselland Tourismus war bereit, das Projekt zu unterstützen. Das Buch ist für den Kanton eine Premiere. Laut Tobias Eggimann, Leiter von Baselland Tourismus, ist es der erste Reiseführer über den Kanton überhaupt.

Das Buch ist aber mehr als nur ein Reiseführer. Pro Doppelseite wird jeder Ort mit einem bis drei Fotos illustriert. Seine Geschichte wird kurz, aber immer präzise und spannend erläutert. So lernt man bei der Lektüre auch als Baselbieter viel Neues dazu. Natürlich kennt man einige Vorschläge schon, aber bei 111 verschiedenen Orten ist garantiert der eine oder andere neue dabei. An jedem Ort gibt es ver­schiedenste Sehenswürdigkeiten: von Denkmälern über Naturwunder bis hin zu herausragenden Bauten ist alles dabei.

Autorin aus der Region

Neben Sachbüchern schreibt Saladin auch Kriminalromane, Kurzgeschichten und freie Texte. Die Autorin kennt Baselland gut. Sie ist in Gelterkinden aufgewachsen und lebt heute in Thürnen. Trotzdem hat sie bei der Recherche noch viele neue Ecken kennengelernt: «Das Laufental zum Beispiel kannte ich zuvor kaum, ich habe es erst durch die Recherchen zum Buch richtig kennengelernt.» Die Autorin hat auch alle 86 Gemeinden nach interessanten lokalen Sehenswürdigkeiten gefragt, um wirklich keinen Ort zu übersehen. Ausgewählt habe sie dann sehr persönlich: «Ich habe einfach über die Orte geschrieben, die ich interessant fand und habe nicht geschaut, wo genau diese in Baselland sind.»

Bei einigen historischen Sehenswürdigkeiten hat auch die archäologische Abteilung in Baselland Unterstützung geboten. So zum Beispiel bei der «Römischen Strasse» in Langenbruck. An der Buchvorstellung gab der Kantons­archäologe Reto Marti Auskunft über den speziellen Ort. So erfährt man, dass die «Römische Strasse» zwar sicher alt ist, die heute sichtbare Strasse sei aber garantiert nicht mehr römisch. Marti erklärt weiter, dass die Strasse wegen Abnutzung immer wieder erneuert werden musste und die heute so oft bestaunte Version sicher nicht mehr dem Original entspreche.

Modern trifft historisch

Nach dem Kurzvortag über den «Römischen Weg» spazierten die Gäste der Buch-Vernissage mit Mitgliedern der Gemeindeverwaltung Langenbruck und Vertretern von einigen im Buch erwähnten Orten weiter zum Kloster Schönthal. Dieses stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Kloster und die Umgebung bieten heute aber Platz für moderne Skulpturen und andere Kunstobjekte. Diese kreative Mischung ist ein weiterer Höhepunkt, und natürlich auch in Saladins Buch würdig vertreten und prägnant beschrieben.

Nur schon auf diesem kurzen Ausflug konnte man zwei Perlen des Baselbiets entdecken. Beim Stöbern in Saladins Buch wird einem wieder einmal bewusst, wie viele solche bekanntere und unbekanntere Schätze Baselland eigentlich noch zu bieten hat.

Barbara Saladin: 111 Orte in Baselland, die man gesehen haben muss, Emons Verlag, 240 Seiten, 16.95 Euro.